DIN V 18599 — Die Berechnungsnorm für NWG-Energieausweise einfach erklärt

Kein technisches Studium nötig: Hier erfahren Sie, was hinter der DIN V 18599 steckt, warum sie für Nichtwohngebäude so wichtig ist und was die Berechnung kostet.

Was ist die DIN V 18599?

Die DIN V 18599 ist die deutsche Berechnungsnorm für den Energiebedarf von Gebäuden — speziell für Nichtwohngebäude. Sie beschreibt ein umfassendes ingenieurmäßiges Verfahren, das alle energetisch relevanten Systeme eines Gebäudes erfasst und berechnet:

Heizung
Kühlung
Lüftung
Beleuchtung
Warmwasser
Hilfsenergie

Die Norm wurde ursprünglich als Vornorm (daher das "V" in DIN V 18599) veröffentlicht und inzwischen vielfach überarbeitet. Sie ist in zahlreiche Teile (DIN V 18599-1 bis -12) gegliedert, die verschiedene Aspekte der Berechnung abdecken.

Was macht die DIN V 18599 besonders komplex?

Während die Wohngebäude-Norm (DIN V 4108 + DIN EN 12831) mit vereinfachten Standardnutzungsprofilen arbeitet, erfordert die DIN V 18599 für Nichtwohngebäude eine detaillierte Analyse verschiedener Nutzungszonen:

Nutzungszonen-Konzept

Ein Bürogebäude enthält typischerweise mehrere Nutzungszonen: Großraumbüro, Einzelbüros, Besprechungsräume, Serverraum, Archiv, Kantine, Sanitäranlagen. Jede Zone hat unterschiedliche Anforderungen an Raumtemperatur, Beleuchtungsstärke, Belegungsdichte und Lüftung.

Die DIN V 18599 definiert für über 30 Standardnutzungen genaue Nutzungsprofile mit Kennwerten für Betriebszeiten, interne Wärmelasten und Systemanforderungen. Diese Nutzungsprofile werden mit den tatsächlichen Gebäudeeigenschaften verknüpft — das ist der Kern der Berechnung.

Die Berechnungsschritte im Überblick

1

Gebäudehülle erfassen

U-Werte aller Bauteile (Wände, Dach, Boden, Fenster), thermische Brücken, Luftdichtheit

2

Nutzungszonen definieren

Flächenaufteilung auf Standardnutzungsprofile der DIN V 18599-10

3

Heizsystem bewerten

Erzeuger (Kessel, Wärmepumpe), Verteilung, Übergabe — je mit Wirkungsgraden und Hilfsenergie

4

Lüftung berechnen

Freie oder mechanische Lüftung, Wärmerückgewinnung, Außenluftvolumenstrom nach Zone

5

Kühlung bewerten

Kälteerzeugung, Verteilung, Übergabe — falls Kühlung vorhanden

6

Beleuchtung berechnen

Installed lighting power, Nutzungszeiten, Tageslichtverfügbarkeit, Anwesenheitssteuerung

7

Warmwasser bewerten

Bedarf nach Nutzungszone, Erzeugung, Verteilung, Verluste

8

Gesamtergebnis

Aggregation aller Zonen zum Gebäude-Endenergiebedarf und -Primärenergiebedarf

DIN V 18599 vs. vereinfachte Methoden

Für Wohngebäude gibt es vereinfachte Berechnungsverfahren, die weniger Eingangsdaten erfordern. Für Nichtwohngebäude ist die vollständige DIN V 18599 das vorgeschriebene Verfahren — und das aus gutem Grund: Die Komplexität gewerblicher Nutzungen lässt sich nicht mit Faustformeln abbilden.

Das macht den NWG-Bedarfsausweis aufwändiger und teurer als vergleichbare Wohngebäude-Ausweise — und erklärt, warum viele Anbieter auf NWG-Ausweise verzichten oder deutlich höhere Preise verlangen. Bei gewerbepass.de ist die DIN V 18599-Berechnung für NWG das Kerngeschäft.

Weiterführende Informationen

Bedarfsausweis nach DIN V 18599 — 899 EUR

Vollständige Berechnung durch einen NWG-Spezialisten. Kostenlose Vorprüfung innerhalb von maximal einem Werktag.

Stephan Grosser · Ihr Ansprechpartner

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