So sieht ein Energieausweis für Nichtwohngebäude aus

Ein vollständiger NWG-Energieausweis nach GEG umfasst mehrere Seiten. Hier erfahren Sie, was jede Seite zeigt und wie Sie die Kennwerte interpretieren.

Von Stephan Grosser Veröffentlicht: 11.03.2026 Aktualisiert: 10.04.2026

Aufbau des Energieausweises für NWG

Ein Energieausweis für Nichtwohngebäude nach GEG umfasst mindestens 4 bis 5 Seiten. Der Bedarfsausweis ist in der Regel umfangreicher als der Verbrauchsausweis:

Seite 1

Allgemeine Angaben

Gebäudeadresse, Ausweistyp (Verbrauch/Bedarf), Baujahr, Nutzfläche (NGF), Ausstellungsdatum, Gültigkeitsdatum, Ausstellernummer

Seite 2

Energieeffizienz-Skala

Grafische Darstellung der Energieeffizienzklasse auf einer Skala von A+ bis H (ab 2026 A0 bis G). Einordnung des Gebäudes und Vergleich mit Referenzgebäude

Seite 3

Energiekennwerte

Endenergiebedarf oder -verbrauch in kWh/(m²·a), aufgeschlüsselt nach Energieträger (Gas, Fernwärme, Strom). Primärenergiebedarf. Bei Bedarfsausweis: Nutzungszonen-Aufteilung

Seite 4

Heizungs- und Anlagentechnik

Art der Heizungsanlage, Energieträger, Lüftungsanlage, Warmwasserbereitung, Kühlung, Beleuchtung (nur Bedarfsausweis)

Seite 5

Modernisierungsempfehlungen

Kostengünstige Modernisierungsmaßnahmen mit Einsparpotenzial. Enthält der Bedarfsausweis standardmäßig — beim Verbrauchsausweis optional

Die wichtigsten Kennwerte erklärt

Endenergiebedarf/-verbrauch [kWh/(m²·a)]

Die Energie, die tatsächlich ins Gebäude eingespeist wird — gemessen an der Gebäudegrenze. Beim Bedarfsausweis: theoretisch berechneter Bedarf. Beim Verbrauchsausweis: gemessener und witterungsbereinigter Verbrauch. Dieser Wert steht groß auf der Titelseite und ist die Grundlage für die Energieeffizienzklasse.

Primärenergiebedarf [kWh/(m²·a)]

Berücksichtigt die Verluste bei Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers. Ein Kilowatt Strom entspricht z. B. ca. 1,8 kWh Primärenergie (fossil) — wegen der Kraftwerksverlusten. Strom aus erneuerbaren Quellen hat einen Primärenergiefaktor von 0. Der Primärenergiebedarf ist für GEG-Nachweise (Neubau) relevant.

Nettogrundfläche (NGF)

Die Bezugsgröße für alle Kennwerte. Beim Nichtwohngebäude ist das die Nettogrundfläche nach DIN 277 — also alle Nutzflächen ohne Wanddicken. Nicht zu verwechseln mit Bruttogrundfläche (BGF) oder Nutzfläche nach Mietvertrag.

Energieeffizienzklassen für Nichtwohngebäude

Die aktuelle Skala für NWG-Energieausweise reicht von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient). Ab Umsetzung der EPBD wird die Skala auf A0 bis G umgestellt. Die Klasse richtet sich nach dem Endenergiebedarf oder -verbrauch:

Klasse Endenergie kWh/(m²·a) Bewertung
A+ < 25 Sehr effizient (Passivhausstandard)
A 25 – 50 Sehr gut (moderner Neubau)
B 50 – 75 Gut (energetisch sanierter Bestand)
C 75 – 100 Befriedigend
D 100 – 130 Durchschnittlich
E 130 – 160 Unterdurchschnittlich
F 160 – 200 Schlecht
G/H > 200 Sehr schlecht (Sanierungsbedarf)

Die Klassen gelten als Richtwerte. Die Einordnung berücksichtigt die spezifischen Anforderungen verschiedener Gebäudetypen. Mehr zu den neuen EPBD-Klassen →

Weiterführende Informationen

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