Aufbau des Energieausweises für NWG
Ein Energieausweis für Nichtwohngebäude nach GEG umfasst mindestens 4 bis 5 Seiten. Der Bedarfsausweis ist in der Regel umfangreicher als der Verbrauchsausweis:
Allgemeine Angaben
Gebäudeadresse, Ausweistyp (Verbrauch/Bedarf), Baujahr, Nutzfläche (NGF), Ausstellungsdatum, Gültigkeitsdatum, Ausstellernummer
Energieeffizienz-Skala
Grafische Darstellung der Energieeffizienzklasse auf einer Skala von A+ bis H (ab 2026 A0 bis G). Einordnung des Gebäudes und Vergleich mit Referenzgebäude
Energiekennwerte
Endenergiebedarf oder -verbrauch in kWh/(m²·a), aufgeschlüsselt nach Energieträger (Gas, Fernwärme, Strom). Primärenergiebedarf. Bei Bedarfsausweis: Nutzungszonen-Aufteilung
Heizungs- und Anlagentechnik
Art der Heizungsanlage, Energieträger, Lüftungsanlage, Warmwasserbereitung, Kühlung, Beleuchtung (nur Bedarfsausweis)
Modernisierungsempfehlungen
Kostengünstige Modernisierungsmaßnahmen mit Einsparpotenzial. Enthält der Bedarfsausweis standardmäßig — beim Verbrauchsausweis optional
Die wichtigsten Kennwerte erklärt
Endenergiebedarf/-verbrauch [kWh/(m²·a)]
Die Energie, die tatsächlich ins Gebäude eingespeist wird — gemessen an der Gebäudegrenze. Beim Bedarfsausweis: theoretisch berechneter Bedarf. Beim Verbrauchsausweis: gemessener und witterungsbereinigter Verbrauch. Dieser Wert steht groß auf der Titelseite und ist die Grundlage für die Energieeffizienzklasse.
Primärenergiebedarf [kWh/(m²·a)]
Berücksichtigt die Verluste bei Gewinnung, Umwandlung und Transport des Energieträgers. Ein Kilowatt Strom entspricht z. B. ca. 1,8 kWh Primärenergie (fossil) — wegen der Kraftwerksverlusten. Strom aus erneuerbaren Quellen hat einen Primärenergiefaktor von 0. Der Primärenergiebedarf ist für GEG-Nachweise (Neubau) relevant.
Nettogrundfläche (NGF)
Die Bezugsgröße für alle Kennwerte. Beim Nichtwohngebäude ist das die Nettogrundfläche nach DIN 277 — also alle Nutzflächen ohne Wanddicken. Nicht zu verwechseln mit Bruttogrundfläche (BGF) oder Nutzfläche nach Mietvertrag.
Energieeffizienzklassen für Nichtwohngebäude
Die aktuelle Skala für NWG-Energieausweise reicht von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient). Ab Umsetzung der EPBD wird die Skala auf A0 bis G umgestellt. Die Klasse richtet sich nach dem Endenergiebedarf oder -verbrauch:
| Klasse | Endenergie kWh/(m²·a) | Bewertung |
|---|---|---|
| A+ | < 25 | Sehr effizient (Passivhausstandard) |
| A | 25 – 50 | Sehr gut (moderner Neubau) |
| B | 50 – 75 | Gut (energetisch sanierter Bestand) |
| C | 75 – 100 | Befriedigend |
| D | 100 – 130 | Durchschnittlich |
| E | 130 – 160 | Unterdurchschnittlich |
| F | 160 – 200 | Schlecht |
| G/H | > 200 | Sehr schlecht (Sanierungsbedarf) |
Die Klassen gelten als Richtwerte. Die Einordnung berücksichtigt die spezifischen Anforderungen verschiedener Gebäudetypen. Mehr zu den neuen EPBD-Klassen →